Zur Straßenseite liegt der Anbau der Töpferei mit kleinem Laden. Überall im Haus und im Garten finden Sie Glocken aus Ton - mein Markenzeichen.










Mit freundlicher Genehmigung von Amrum-News...

Keramikerin aus Leidenschaft...(ck)
Die kleine Nebeler Töpferwerkstatt von Margrit von Essen besteht seit 25 Jahren (Artikel vom 05.09.2007)




Eigentlich hätte Margrit von Essen überhaupt nicht an ein Jubiläum gedacht, wenn die Industrie- und Handelskammer sie nicht darauf hingewiesen hätte. Seit 25 Jahren gibt es die kleine Töpferei nun schon im Nebeler Smäswai. Mit Töpferkursen hatte Margrit von Essen seinerzeit angefangen. Ein Treibhaus diente damals als Ausstellungsraum. Die Nebelerin hat ihr Hobby zu ihrem Beruf gemacht. Als gelernte Keramikern hat sie sich, liebevoll unterstützt von ihrem Mann, nach und nach ihre kleine Werkstatt mit eigenen Händen aufgebaut. "Ich habe mit den Resten der Backsteine und Bretter unseres Hausbaus angefangen und immer wenn ich ein bißchen Geld über hatte, haben wir wieder investiert", erzählt Margrit von Essen. Doch die Werkstatt war nicht nur einfach Töpferei, sie wurde auch zum Treffpunkt für Leseabende mit Hausgästen, Freunden und Bekannten. Heute ist sie mit einer Ausstellungsfläche und dem angrenzendem kleinen Kunstgarten ein viel besuchtes Kleinod.



In den letzten 25 Jahren hat der Ton das Arbeitsleben von Margrit von Essen bestimmt. "Mein Beruf als Keramikern war für mich eine Berufung", sagt sie "ich hatte das Glück, unter sehr guten Ausbildern, darunter zwei Keramikingenieure, meine Ausbildung zu machen." Auf Auslandsreisen hat sie Erfahrungen bei ausländischen Töpfern gesammelt und andere Arbeitsweisen kennengelernt. Ausdauer und Wissbegierigkeit bestimmen nun seit einem Vierteljahrhundert ihre Arbeit mit dem ältesten Werkstoff, den der Mensch kennt. Wenn man von Keramik spricht, so ist dies der Sammelbegriff aller Erzeugnisse, die aus Tonen und silikathaltigen Erden gefertigt und gebrannt werden. "Für welche Art zu Töpfern man sich entscheidet, hängt von der inneren Einstellung ab. Erst wenn man durch den Ton und die Techniken seiner Behandlung auszudrücken lernt, wird das Töpfern, das Herstellen von Gefäßen lebendig", erklärt von Essen. Die Gebrauchskeramik, die sie herstellt, ist aus Steinzeugton, den sie zwischen 1260-1280 Grad Celsius brennt. Die Glasuren für die jeweiligen Gefäße errechnet sie selbst. Allein die Glasuren sind eine Wissenschaft für sich, mit der sich Margrit von Essen während ihre Ausbildung schwerpunktmäßig auseinandergesetzt hat. Auch heute probiert sie immer wieder etwas Neues aus. Am Amrumer Strand sammelt sie gelegentlich Schlick und Schluff - Ton aus dem Meeresboden, aus dem sie an ihrer Töpferscheibe neue Gefäße entstehen lässt oder mit viel Ausdauer neue Glasuren entwickelt. Wenn darüber hinaus noch Zeit und Kraft bleibt, stürzt sich die leidenschaftliche Keramikern in Rakuarbeiten und dem Rakubrennen im Freien und erweckt damit in ihrem Garten eine alte japanische Brenntechnik zum Leben.

Verantwortlich für diesen Artikel: Carmen Klein